Den Keller mal richtig entrümpeln

Als Kind habe ich die Kellerräume eher mit mulmigen Gefühlen betreten. Im Sommer, wenn die Sonne hinein schien, war das ja noch spannend. In den Wintermonaten aber war es eher dunkel und geheimnisvoll, etwas gruselig. Wie das früher so war, hatten wir einen Kohlenkeller, einen Vorratskeller und eine Waschküche. Im Vorratskeller waren überwiegend Kartoffeln, Äpfel, Eingewecktes und nicht winterharte Pflanzen wie Dahlien gelagert. Im Wandel der Zeit hat sich die Nutzung der Kellerräume sehr verändert. So ist ein Kohlenkeller fast völlig überflüssig geworden. Viele haben ihre Kellerräume umfunktioniert beispielsweise zum Hobby-, Party- oder Fitnessraum oder auch zum Gerümpelkeller. Viele Eigenheimbesitzer verzichten aus Kostengründen oder wegen Grundwasser auf einen Keller. In Hochhäuser gibt es in der Regel auf jeder Etage einen kleinen Verschlag. In Mehrfamilienhäusern sind die großen Kellerräume oft in kleine Kellerverschläge unterteilt, die den einzelnen Wohnungen zugeordnet sind. In alten Häuser befinden sich fast immer Kellerräume, die teilweise auch zu Wohnraum ausgebaut wurden. Egal wie der Keller genutzt wird, gibt es einige grundlegende Dinge wie richtiges Lüften und die Vermeidung von Schimmelbildung zu beachten. 

Inhalt:                                                                                                                                            
Keller lüften aber richtig und Schimmelbildung vermeiden                                                      
Feuchter Keller – was nun?                                                                                                      
Keller entrümpeln aber wohin mit dem Zeug?                                                                     
Keller aufräumen und organisieren

Keller lüften aber richtig und Schimmelbildung vermeiden

Der Keller, auch Untergeschoss oder Souterrain genannt, befindet sich in der Regel überwiegend unterhalb der Erdoberfläche. Durch die Umgebung von kaltem und nassen Erdreich herrscht in den Kellerräumen eine feucht-kühle Atmosphäre. Um das Eindringen von Nässe zu verhindern, wendet man heutzutage Schutzanstriche, Kellerdämmung und Abdichtungssystem an und baut Lichtschächte und hochwasserdichte Leibungskellerfenster ein. Durch falsches Lüften und zu niedrige Temperaturen können allerdings Schimmel- und Feuchtigkeitsschäden entstehen. Auf was ist zu achten und wie lüftet man nun im Sommer und Winter richtig? Im Sommer sollten die Kellerfenster geschlossen sein, weil der Keller der kühlste Raum des Hauses ist und sich nicht durch Lüften erwärmen lässt. In der Praxis sieht man leider gerade im Sommer häufig angekippte Kellerfenster, weil viele denken, dass der Keller dann gut durchlüftet wird. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Die warme Luft dringt in das Untergeschoss ein und kühlt dann sehr rasch ab. Als Folge bildet sich Kondenswasser an der Kellerwand und bietet damit den idealen Nährboden für Schimmelbildung. Deshalb lüftet man Keller im Sommer etwa 20 Minuten am Tag, idealerweise mit Durchzug wegen eines schnelleren Luftaustauschs, und schliesst die Fenster wieder. Im Sommer ist die Außenluft warm und feucht, manchmal auch schwülwarm und daher nicht gut für ein gutes Klima im Keller und begünstigt die Schimmelbildung. An sehr heißen und feuchten Tagen sollte man auf das Lüften im Sommer ganz verzichten, um Schäden am Mauerwerk vorzubeugen. Die Luft im Winter ist trocken und daher sehr gut für einen Luftaustausch geeignet.  Im Winter, wenn wenig oder keine Minusgrade herrschen, kann man das Kellerfinster tagsüber angekippt lassen. So kann ein regelmäßiger Luftaustausch stattfinden, der die Bildung von Kondenswasser und damit auch die Schimmelbildung verhindert. Wer das Fenster nicht ankippen möchte, kann auch das sogenannte Stoßlüften für etwa 5-10 Minuten mehrmals am Tag, zumindest aber morgens und abends, anwenden. Dabei wird das Fenster ganz weit geöffnet. Nachts bleiben die Fenster geschlossen. An kalten und trockenen Tagen ist die Luft im Keller wärmer und transportiert beim Lüften die Feuchtigkeit aus dem Keller heraus. Minusgrade sind also ideal, um die Kellerräume zu entfeuchten.

Keller entrümpeln aber wohin mit dem Zeug?

In Abhängigkeit von der Größe des Kellers neigt man schnell dazu, Dinge, die man erst mal
nicht mehr benötigt, dort abzustellen. Oft denkt man sich: das könnte ich ja noch mal
gebrauchen. So kann es ganz schnell passieren, dass der Keller zugekrempelt ist.
Problematisch wird dieser Zustand zum Beispiel bei einem Wasserrohrbruch. Daher ist
ein aufgeräumter Keller immer sinnvoll. Man sucht einen bestimmten Gegenstand und
findet ihn einfach nicht mehr. Dinge, die mit persönlichen Emotionen verbunden sind,
wie beispielsweise Erinnerungsfotos, sollten auf keinen Fall im Keller zwischengelagert
werden. Am besten ist, wenn man sie gleich digitalisiert. 
Manche sind der Sammelleidenschaft verfallen oder haben kreative Hobbys, für die man
eben allerlei Dinge aufhebt. Was findet man noch so im Keller? Die Aufzählung könnte
endlos werden aber oft sind es Körbe, Flaschen, Kartons, Taschen, Koffer, Fahrräder
und Ersatzteile, Werkzeug, Malerzubehör oder saisonale Deko für Ostern, Halloween
und Weihnachten. 
Sachen, die man nicht ständig benötigt, auf die man aber Zugriff
haben sollte, gehören durchaus in den Keller wie zum Beispiel Werkzeug. 
Wie beginnt man am besten bei der Entrümpelung?
Zuerst muss man dem inneren Schweinehund den Kampf ansagen und anfangen sich
einen groben Überblick zu verschaffen. Für die Motivation mache nun ein Vorher-Foto.
Dann stelle 4 Behältnisse bereit:

1 Behältnis – wegschmeißen

2 Behältnis – unbedingt behalten

3 Behältnis – verschenken oder verkaufen

4 Behältnis – ich weiß noch nicht

Feuchter Keller – was nun?

An der Kellerwand sind plötzlich Feuchtigkeitskränze zu sehen, Mauerwerksalze
kristallisieren aus und Putz und Farbe platzen ab. Das sind eindeutige Merkmale
eines feuchten Kellers, die schon wegen der eigenen Gesundheit sehr ernst genommen
werden müssen. Zwar kann man als Laie sehen, dass ein Feuchtigkeitsschaden da ist,
aber für die Ursachenforschung muss ein Fachmann ran. Wer selbst experimentiert,
steht hinterher wohlmöglich vor einer herben Enttäuschung. Je nach Ursache kommt
eine Außen- oder Innenabdichtung in Frage. Was sinnvoller und effektiver ist, kann
man als Laie schlecht beurteilen. Ein Fachmann dagegen erkennt schon am Nässebild,
ob das Bauwerk undicht ist oder ob die Feuchtigkeit durch warme Luft verursacht wird.
Ist das Bauwerk undicht, kann die Feuchtigkeit nur mit einem erheblichen Aufwand
durch Abdichtung beseitigt werden. Handelt es sich dagegen um Kondenswasser, hilft
oft schon ein guter Trockner, damit die Luftfeuchtigkeit im Keller reduziert wird.
Gegebenenfalls müssen Be- und Entlüftung im Keller neu organisiert werden. Da es
unterschiedliche Ursachen für einen feuchten Keller gibt, gibt es unterschiedliche
Lösungsverfahren.

# Feuchte Keller werden durch falsches Lüften begünstigt

Nun beginne, dich von vorne nach hinten durchzuarbeiten. Nehme jedes Teil nur einmal in die Hand und entscheide dich für eins der vier Behältnisse. Überlege dabei nicht zu lange, handele einfach spontan. Ist es ein kleiner Keller, dann schaffst du das vielleicht in einer Stunde. Handelt es sich aber um einen großen Keller, bei dem kein Ende abzusehen ist, dann höre nach einer Stunde auf, um nicht die Lust zu verlieren. Du hast es endlich geschafft, alle Dinge auf die vier Behältnisse zu verteilen? Prima! Nun geht es an die Entsorgung. 
Ist das Behältnis 1 relativ übersichtlich, dann kann der Inhalt in die Tonne für den Hausmüll entsorgt werden. Hat sich doch wesentlich mehr angesammelt und sind sogar sperrige Teile dabei, so hast du die Möglichkeit, alles zu deinem zuständigen Wertstoff- oder Recyclinghof zu bringen. Oft können die Wertstoffe kostenfrei abgegeben werden aber für einige Abfallarten werden Entsorgungskosten fällig. Beachte aber, dass alte Lack- und Farbdosen weder in den Müll noch auf den Wertstoffhof gehören sondern in den Sondermüll. Dafür gibt es Schadstoffmobile oder Sammelannahmestellen.
                                                                                   
Sachen aus Behältnis 2, die du unbedingt behalten möchtest, solltest du auch so behandeln, also säubern und pflegen.
                                                                                           
Im Behältnis 3 sind Sachen, die noch verwendet werden können und für den Müll zu schade sind. Je nach dem, um was für Sachen es sich handelt, findet man oft in der Nachbarschaft oder im Bekanntenkreis dankbare Abnehmer. Möchtest du die Sachen lieber zu Geld machen, dann verkaufe sie auf einen Trödelmarkt, an einen Second Hand Shop oder auf Verkaufsportalen im Internet.   
   
Das Behältnis 4 behalte die nächsten 6 Monate im Blickfeld und entscheide dann erneut.

Keller aufräumen und organisieren

Nachdem der Keller entrümpelt ist, wird er sauber gemacht. Zuerst werden die Spinnenweben
entfernt und dann gefegt oder gesaugt. Wer mag, kann auch noch feucht durchwischen, was
auch von der Beschaffenheit des Bodens abhängt. Nun geht es daran ein vernünftiges
Ordnungssystem zu schaffen. Bewährt haben sich Regalsysteme, weil man alles übersichtlich
einsortieren kann. Regalsysteme aus Holz empfehle ich für einen eher feuchten Keller nicht,
weil Holz anfällig für Schimmel ist. Mit Metallregalen habe ich persönlich schlechte Erfahrung
gemacht, weil sie irgendwann anfingen zu rosten. Aus diesem Grund habe ich nur noch
Regale aus Kunststoff. Regale aus Aluminium oder Kunststoff sind generell gut geeignet.
Bei Kunststoffregalen muss man allerdings auf eine hohe Traglast achten. Ich empfehle hier
eine Traglast von 70 kg pro Boden oder mehr. Ansonsten hast du keine Freude daran.

Nun kann das Einräumen beginnen. Lasse dich dabei im Hintergrund von deiner Lieblingsmusik
berieseln und stelle dir einen Kaffee oder ein kühles Getränk bereit. Mache ruhig mal eine kleine
Pause und überlege dabei, wie du die Regale sinnvoll einräumst. Dabei wirst du garantiert ein
Lächeln in deinem Gesicht spüren, weil du es endlich so weit geschafft hast. Das sorgt für
Motivation und Zufriedenheit.

Keller aufräumen und organisieren

Nachdem der Keller entrümpelt ist, wird er sauber gemacht. Zuerst werden die Spinnenweben entfernt und dann gefegt oder gesaugt. Wer mag, kann auch noch feucht durchwischen, was auch von der Beschaffenheit des Bodens abhängt. Nun geht es daran ein vernünftiges Ordnungssystem zu schaffen. Bewährt haben sich Regalsysteme, weil man alles übersichtlich einsortieren kann. Regalsysteme aus Holz empfehle ich für einen eher feuchten Keller nicht, weil Holz anfällig für Schimmel ist. Mit Metallregalen habe ich persönlich schlechte Erfahrung gemacht, weil sie irgendwann anfingen zu rosten. Regale aus Aluminium oder Kunststoff sind gut geeignet. Bei Kunststoffregalen muss man allerdings auf eine hohe Traglast achten. Ich empfehle hier eine Traglast von 70 kg pro Boden oder mehr. Ansonsten hast du keine Freude daran.

Nun kann das Einräumen beginnen. Lasse dich dabei im Hintergrund von deiner Lieblingsmusik berieseln und stelle dir einen Kaffee oder ein kühles Getränk bereit. Mache ruhig mal eine kleine Pause und überlege dabei, wie du die Regale sinnvoll einräumst. Dabei wirst du garantiert ein Lächeln in deinem Gesicht spüren, weil du es endlich so weit geschafft hast. Das sorgt für Motivation und Zufriedenheit.

Wenn du für den Kleinkram Kartons verwendest, dann beschrifte sie an der Frontseite.
Das spart später die Sucherei. Praktisch sind auch durchsichtige und stapelbare
Universalkisten. Wenn du nun alles ordentlich eingeräumt hast, dann mache unbedingt
ein Nachher-Foto und vergleiche es mit dem Vorher-Foto. Du wirst eine tiefe Zufriedenheit
spüren und solltest dich jetzt selbst belohnen mit einem schönen Blumenstrauß, einen
Restaurant-, Schwimmbad- oder Kinobesuch oder was immer dir auch Spaß und Freude
bereitet. Du hast es dir jetzt wirklich verdient.

Jutta Martin
 

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